Die Zahlung ist der zweite Teil eines Vertrags. Der erste ist der Teil der Übergabe eines Gutes, oder das Leisten eines Dienstes oder das Gewähren eines Rechtes.
Diesen Teil kann man Real-Wirtschaft nennen.
Die Gegenleistung kann auch durch Zahlung erbracht werden.
Ohne Zahlung spricht man von Naturalwirtschaft, Barter, Tauschwirtschaft.
Das Tauschobjekt Münze hat das Zahlen horizontal über den Globus und vertikal durch alle Bevölkerungsschichten verbreitet.

Der Umlauf der Münzen

Für die Münze ist der Umlauf zwischen Akteuren der Schauplatz und Tatort. Sie geht von Hand zu Hand. Sie wird genutzt durch Weggeben. Das Weggeben verhindert eine Doppelnutzung durch dieselbe Person. Man erhält Münzen durch Verkauf von Gütern, Leisten von Diensten oder Gewähren von Rechten. Aber auch Raub und Diebstahl kommen vor. Zudem kann man Münzen geschenkt bekommen oder sie sich ausleihen.
Die Handhabung von Münzen kommt durch Gewicht und Volumen an eine Grenze.
Die andere Grenze ist die regionale Geltung.

Überwindung der Grenzen

Die regionale Geltung wird durch den Dienst der Geldwechsler überwunden. Sie rechnen die unterschiedlichen Sorten über den Metallwert um. Die Provision rechnen sie mit hinein.

Die individuelle Handhabung großer Summen wird überwunden, indem große Mengen in einem gemeinsamen Pool verwahrt werden. Das Recht auf die eingelegten Münzen wird in Inventarblättern festgehalten. Durch das Umschreiben zwischen den Inventarblättern kann das Eigentumsrecht auf Münzen im Pool ohne zu zählen übertragen werden.

Gesamtwirtschaftlicher Nachteil eine Pools ist, dass die Münzen darin dem Umlauf entzogen sind.

Das Depositum Irregulare bietet die Möglichkeit der Zweifachnutzung des Pools. Ein Teil der Münzen kann vom Verwalter des Pools in den Umlauf ausgeliehen werden und dort wirksam sein, währen die Inventarblätter weiter so geführt werden, „als ob“ alle Münzen im Tresor seien.

Das Forderungsrecht auf Münzen im Tresor muss nicht ausgeübt werden, wenn das Umschreiben als Zahlung genügt und wenn immer genügend Münzen für Auszahlungen bereit liegen. Die Höhe des Bruchteils, der im Tresor verbleiben sollte, hängt von den Geschäften der Einleger ab, was der Poolverwalter durch Beobachtung herausfinden kann.

Die Menge der Zahlungsmittel im Umlauf, die durch Einlagern in den Pool verringert wurde, wird durch das Ausleihen teilweise wieder hergestellt. In den Inventarblättern wird der gesamte Poolinhalt als Zahlungsmittel im Umschreiben so genutzt, als ob 100% da wären.

  1. Zahlungsmittel im Umlauf von Hand zu Hand, immer wieder verwendbar
  2. Aus dem Umlauf in den Tresor zur Verwahrung verlegte Münzen fehlen im Umlauf
  3. Das Recht an den Münzen im Tresor wird zur Zahlung umgeschrieben, ohne Münzbewegung
  4. Nur eine Mindestreserve muss im Tresor bleiben für allfällige Auszahlungen
  5. Die anderen Münzen können als Darleihe in den Umlauf gegeben werden
  6. Nur die Mindestreserve fehlt im Umlauf. Aber hinzugekommen zu den Zahlungsmitteln sind die Kontoblätter der Einleger. Die Menge der Zahlungsmittel hat sich vergrößert durch die Zahlungen mit Geld „als ob“ es im Tresor wäre.
  7. Aus dem Tresor wieder als Darlehen für den Umlauf verfügbar.
  8. Der Wechselkredit finanziert zukünftige Einnahmen vor.